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21. Juli 1969 - Erste Mondlandung vor 50 Jahren

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50 Jahre Mondlandung

Der Mond ist ein Sehnsuchtsort des Menschen. Er beflügelt seit ewigen Zeiten unsere Phantasie. Frühe Kulturen beteten zu Mondgottheiten und das frühe 20. Jahrhundert widmete dem Mond 1912 mit „Peterchens Mondfahrt“ ein Märchen für Kinder. Später dann hielten Wissenschaft und Politik Einzug. Aus einer romantisch verklärten Sehnsucht wurde im sogenannten „kalten Krieg“ der Weltmächte ab 1947 der prestigeträchtige „Wettlauf zum Mond“. Welche Nation würde den Wettlauf für sich entscheiden? Eine Zeitungsmeldung in der Zeitschrift Quick vom 2. April 1950, mit dem Titel „Mondlandung gelungen?“ schürte bereits früh die Neugierde und kratzte schon etwas an der vermeintlichen Sensation.

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muenze-mond Bunte Cover Mondlandung

Der Wettlauf der Großmächte Sowjetunion und USA im Rennen um die Eroberung des Weltraum nahm seinen Lauf. Der 21. Juli 2019 erinnert mit seinem runden fünfzigsten Jahrestag an die Geschichte der ersten bemannten Mondlandung, die von den USA im Rahmen der Apollo 11 Mission durchgeführt wurde. Medien weltweit, unter anderem auch die BUNTE, berichteten.

Selbstverständlich spielte dieses moderne Märchen auch in den Kinderzimmern und Hobbyräumen, in den Köpfen junger Menschen wie auch Erwachsener eine bedeutende Rolle. Grund also, sich seitens der Spielzeugindustrie mit diesem Thema – Weltraum und Mondlandung - ausgiebig zu beschäftigen. Die Warenhauskette Hertie, 1969, und die Fachhandelsorganisation Vedes, 1970, boten das Thema, hier stellvertretend für alle übrigen Werbeaktivitäten des Spielzeugmarktes genannt, dem allgemeinen Käufermarkt und spezialisierten Spielzeughandel an.

mondlandung-revell-1970

Ein damals sehr populäres Kunststoffmodell, die Mondlandefähre Eagle, wurde von der Firma Revell rechtzeitig auf den Markt gebracht. Der Revell-Katalog 1970 widmet dem Thema die Seiten 23 bis 26. Im Vorjahreskatalog von Revell, 1969, also noch vor der Mondmission gedruckt, wurde dem Thema auf den Seiten 22 bis 24 bereits hohe Aufmerksamkeit gegeben.

Die für ihre Rennsportaktivitäten bekannte Modellbaufirma Carrera entwickelte ab 1969 eine spezielle Flugspieledition mit dem Namen „Jet“. Mit dem Themenset Carrera Jet Apollo konnten nun auch alle Carrera-Fans beim Flug zum Mond spielerisch mit dabei sein.

Einen sehr gepflegten und anspruchsvollen Dialog mit seinen Käufern zu allen Fragen der technischen, mechanischen, physikalischen Phänomene unserer Lebensumwelt, die sich auch im Spielzeug gut abbilden ließen, pflegte der britische Spielzeughersteller Meccano Ltd. Bekannt wurde Meccano durch seine Metall- bzw. Stabilbaukästen, Fahrzeugmodelle der Marke Dinky Toys oder Hornby-Modelleisenbahnen. In der Käuferschaft besonders beliebt waren die monatlich erscheinenden Meccano Magazine. Sie wurden von Jugendlichen und Junggebliebenen - „aimed at boys of all ages“ - begeistert aufgenommen. Das Meccano Magazine Septemberheft 1962 widmete dem Thema „Living on the moon“ einen zweiseitigen Beitrag.

mondlandung-meccano-1962

Eine humorvolle Interpretation der Reise zum Mond schuf im Jahr 2007 der nahe Nürnberg beheimatete Emskirchner Spielzeughersteller Tucher & Walther mit seinem Modell T 714 Mondrakete mit Dampfantrieb.

Bleibt noch die Frage, wann nun genau die erste Mondlandung zu datieren ist. Aus mitteleuropäischer Sicht gilt die MEZ (Mitteleuropäische Zeit). Nimmt man diese als Grundlage und Messpunkt, so erlebten die Menschen in unseren Breitengraden die Mondlandung am 21. Juli 1969 um 3.56 Uhr zu nächtlicher Stunde. Nach der 1972 eingeführten, koordinierten Weltzeitbestimmung, kurz UTC, fand die Mondlandung auf dieser Grundlage bereits am 20. Juli 1969 um 20:17:40 Uhr UTC statt.
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Tipp & Co - Motorräder

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Tipp & Co. Logo

Die Ära des bedeutenden Blechspielzeugherstellers Tipp & Co. aus Nürnberg währte von 1912 bis 1971. Lithografiertes Weißblech in hoher qualitativer Ausführung bestimmte das Spielzeugsortiment bis hin zur Werksschließung mit Beginn der 1970ger Jahre. Freunde des Motorradsports kommen bei Tipp & Co voll auf ihre Kosten. Uns ist derzeit kein weiterer deutscher Hersteller von Blechspielzeug bekannt, der in den 1930ger Jahren eine derart breite Sortimentsvielfalt zum Thema Motorrad, Dreirad im Programm hatte. Angefangen mit der Modellnummer 683 zählen wir im Katalog von 1937 insgesamt 16 Modelle allein für das Segment Motorräder und Dreirad.

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Tipp & Co Motorrad

Einige Grundformen der Modelle wurden durch eine veränderte Art der Bemalung und Farbwahl, durch Hinzufügen von elektrischem Lampenlicht, einem verstellbaren Vorderrad, einer zusätzlichen Bremse etc. variiert. Dennoch ist die Angebotsfülle überraschend und spiegelt den Stellenwert des Motorrades in dieser Zeitepoche vor dem Krieg. Und noch in den 1950ger Jahren war das Motorrad ein wichtiges Fortbewegungs- und Transportmittel und prägte optisch das Straßenbild. Ändern sollte sich dies erst ab den 1960ger Jahren. Zählte das Kraftfahrt-Bundesamt auf westdeutschen Straßen 1955 noch einen Motorradanteil von 47% am Gesamt-KFZ-Aufkommen, so machte der Anteil der Motorräder 1965 nur noch 6% aus. Dieser Bedeutungswandel zeigt sich auch im Sortiment. Im Tipp & Co Katalog von 1964 ist das Motorradangebot schließlich auf insgesamt drei Modellnummern geschrumpft.
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Dinky Toys by Meccano

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Dinky Logo

Liverpool. Wir befinden uns im Nordwesten des Vereinigten Königreichs, Ende des 19. Jahrhunderts. Frank Hornby, englischer Spielzeugerfinder und Geschäftsmann, tüftelte an der Umsetzung seiner Idee eines stabilen und äußerst kombinationsreichen Metallbaukastensystem. Im Jahre 1901 war es dann soweit. Mit dieser Idee und seiner technischen Umsetzung, der Hornby zuerst den Namen „Mechanics Made Easy“ gab, fing die Geschichte der Marke Meccano an. Später änderte er den etwas sperrig klingenden Namen auf die kürzere und eingängigere Bezeichnung „Meccano“. 1908 schließlich gründete Hornby in Liverpool seine eigene Firma, der er folgerichtig den Namen Meccano Ltd. gab.

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Seit dieser Zeit entfaltete Hornby eine rege Entwicklungs- und Geschäftstätigkeit. Um 1920 folgte die erste Hornby-Spielzeugeisenbahn mit Uhrwerk und im April 1934 wurden die ersten Dinky Toys Fahrzeugmodelle vorgestellt. Die Produktvielfalt der Meccano-Hornby-Dinky-Welt zeigen wir exemplarisch am Gesamtkatalog 1939/40. Dinky Toys Katalog 1957Nun zu den Dinky Toys. Dienten die ersten Dinky Toys ihrer Idee nach noch der Ergänzung des bestehenden Spur 0 Hornby-Eisenbahnsortiments, so entwickelte sich die Produktreihe dieser ansprechenden Druckguss-Modelle im Laufe der Zeit zu einem eigenständigen und äußerst populären Produktfeld.

Produziert wurden Dinky Toys sowohl in den Stammwerken in England als auch in Frankreich. Exemplarisch für das populäre Nachkriegssortiment zeigen wir den Exportkatalog 1957 für Belgien in den Sprachen Französisch und Niederländisch, sowie den englischen 1958ger Katalog. Ende der siebziger Jahre endete diese traditionsreiche Phase mit der Schließung des letzten Werkes in Liverpool. Danach wechselten Markenrechte und Produktionsstätten mehrfach Besitzer und Ort. Replikamodelle werden noch heute produziert.
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Hausser Elastolin

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Hausser Logo

Mit dem Herbstkatalog des Jahres 1965 blickt die Firma Hausser auf eine bereits über 50jährige Firmengeschichte zurück. Im Jahr 1904, so die Historie, wurde die Ludwigsburger Kurz- und Spielwarenhandlung Müller & Freyer durch die Familie Hausser erworben und von den Brüdern Otto und Max Hausser – nun unter eigenem Namen O. & M. Hausser - weiter geführt. Neben den bekannten Elastolin-Massefiguren stellte die Firma im Laufe ihrer Geschichte auch Gesellschaftsspiele, Fortbewegungsmittel wie Tretroller, Dreiräder, im Katalog „Bubiräder“ genannt, sowie Puppenzubehör und Schultafeln her. Im Zentrum des öffentlichen Interesses stand jedoch das umfangreiche Massefiguren-Sortiment.

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Die Vielzahl der von Hausser hergestellten Figuren wurde durch eine ganze Palette an Gebäude- und Siedlungsmodellen ergänzt. So gab es verschiedene Blockhaussiedlungen für Trapper, Zooelemente für Elastolin-Tiere und im Katalogjahr 1965 allein sechzehn verschiedene Burgtypen und Kastelle für das Spiel mit Rittern und Landsknechten. Der Herstellungsaufwand muss enorm, sprich kostenintensiv gewesen sein. Individuelle Handbemalung, Modellpflege und die ständige Verbesserung und Erweiterung der Serien schlug sich schlussendlich in einem vergleichsweise hohen Verkaufspreis je Modell nieder.

Hausser Katalog 1965

Das war der Firma Hausser natürlich auch bewusst. Man appellierte daher im Katalog 1965 an das Qualitätsbewußtsein all jener Kunden, die „in unserer schnellebigen Zeit Qualität zu schätzen wissen und unter der Fülle des alljährlichen Spielwarenangebots mit kritischem Auge das »Besondere« suchen – Spielzeug, das trotz eines höheren Preises immer noch mehr wert ist als es kostet.“ Über längere Zeit war dieser Aufwand, gekoppelt mit einem sich ändernden Marktverhalten der Käufer wohl nicht mehr zu finanzieren. 1983 meldete die Firma O. & M. Hausser Konkurs an.
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Karstadt - Magazin für Mode, Heim und Welt. Juni 1929

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Karstadt Logo

Die Karstadt A.G., 1881 von Rudolf Karstadt ursprünglich als Manufactur-, Confections- und Tuchgeschäft in Wismar gegründet, erlebte bis zum Jahr 1930 einen stetigen und steilen Aufstieg. Im Jahr 1930 betrieb die Warenhauskette überregional annähernd 90 Filialen, unterhielt eigene Fabriken und beschäftigte etwa 30 000 Angestellte. Die Karstadt A.G. war seinerzeit Europas größter Warenhauskonzern. Die Erwartungen an einen Weltkonzern waren hoch, die Kundschaft anspruchsvoll, stets interessiert, neugierig und durch die bei Karstadt gebotene Qualität verwöhnt.

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Diese hohen Erwartungen sollten natürlich auf allen Ebenen erfüllt werden. Auch im Bereich der Kommunikation. Daher tüftelten die Marketingstrategen von Karstadt an einer neuen Form der Kundenansprache: dem feuilletonistisch geprägten, illustrierten Kundenmagazin „Karstadt - Magazin für Mode, Heim und Welt“. 1928, also gerade rechtzeitig zur Eröffnung des damals hochmodernen Karstadt Flagshipstores am Hermannplatz in Berlin, erschien der erste Jahrgang des neu entwickelten Kundenmagazins.

Die Ausgabe, die wir Ihnen hier vorstellen wollen ist das Heft 12 aus dem Juni 1929. Sommer – traditionell die Hauptreisezeit im Jahr. „Wenn jemand eine Reise tut!“ Unter dieser Überschrift erfahren wir im Magazin auf den Seiten 10 -13 Interessantes zum beliebten Thema der Reisevorbereitung und Reiseausstattung für die Dame. Dazu gehört selbstverständlich die Mode, sowie weitere nützliche Reiseaccessoires. Bereits das Aufmacherfoto symbolisiert ein Bild von Kraft und Weite, Eleganz und Überlegenheit, Ausdauer und Robustheit.

Karstadt-Magazin

Mit diesen Assoziationen, so kann man annehmen, soll das tragende Markenimage eines selbstbewussten Weltkonzerns aufgeladen werden. Ein Unternehmen, das die Wünsche seiner Kundschaft bestens zu bedienen versteht.

Wir lesen im Artikel den wohlmeinenden Hinweis, dass man schon allein bei der Wahl des richtigen Koffers, natürlich gekauft bei Karstadt, sein eigenes Image in der Öffentlichkeit aktiv gestalten kann. Es heißt: „Dringend ist zu raten, bei der Anschaffung von Koffern nicht zu sparsam zu sein; wer seiner Reiselust oft fröhnen kann, weiß, das ein guter Koffer viel Strapazen aushalten muss und soll. Auch sieht es sich besser an, wenn man mit guten und soliden Koffern in einem Hotel ankommt – die Hotelbediensteten haben einen untrüglichen Blick, wer sozusagen Reiseamateur, wer Reiseprofi ist“. In diesem Sinne, schönen Urlaub!
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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche –
Als das Berliner Wahrzeichen abgerissen werden sollte

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Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Berlin. Mai 1949. Erneut steht die imposante Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche im Scheinwerferlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit. Besser gesagt, das was von dem am 23. November 1943 bei einem nächtlichen Bombenangriff auf Berlin schwer zerstörten Kirchenbau noch übrig geblieben ist. Nun soll auch dieser Rest aus dem Weichbild der Stadt getilgt werden. „Ein Wahrzeichen Berlins verschwindet“ , so titelte am 8. Mai 1949 die Illustrierte „Quick“ an prominenter Stelle im Blatt ihren Bildbericht zu den vor 70 Jahren begonnenen ersten Abbrucharbeiten an der Kirche nahe dem Bahnhof Zoo.

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Fotografien zeigen den Grad der Zerstörung. Allerdings sieht man auf diesen Fotos auch ein nach wie vor mächtiges Restgebäudevolumen, welches der damaligen Bombardierung standhaft getrotzt hatte. Im begleitenden Text der Illustrierten erfährt man etwas über den Hintergrund der im Bericht thematisierten Abbruchaktivitäten. So heißt es: »Zwei Millionen Mark wären nötig gewesen, einen Wiederaufbau der Kirche in die Wege zu leiten. Jetzt wird sie wegen Gefährdung der Verkehrssicherheit abgetragen, bis zum Herbst dieses Jahres soll die Arbeit beendet sein. Wird die Gedächtnis-Kirche an anderer Stelle Westberlins einmal wiedererstehen?«. 2 Millionen Mark. Das war viel Geld. Geld, das nach Kriegsende für andere dringend in Angriff zu nehmende bauliche Maßnahmen der schwer zerstörten Stadt benötigt wurde. Etwa für den Wiederaufbau von zerstörten Wohnquartieren und für eine Instandsetzung der technischen Infrastrukturen dieser Millionenmetropole, in der im Dezember 1948 offiziell rund 3,3 Millionen Einwohner lebten. Dabei hatte der Bau des prunkvoll mit Mosaiken, Glassteinen, Statuen und Reliefs ausgestatteten Kirchenschiffes nach seiner Fertigstellung und Einweihung im Jahr 1895, sowie der erst 1906 vollendeten Eingangshalle, sogar über 6 Millionen Reichsmark an Kosten verschlungen.

Das Thema Abbruch war übrigens schon öfter mal ein Thema. Dachte die Stadtverwaltung in den turbulenten 1920ger Jahren noch durchaus ernsthaft an einen Abriss, weil das mächtige Gotteshaus auf dem Auguste-Viktoria-Platz einem stark zunehmenden innerstädtischen Automobilverkehr an diesem zentralen Verkehrsknotenpunkt einfach im Wege stand, so war die Gefühlslage der Berliner Bevölkerung nach Kriegsende eine deutlich andere. Die Gedächtniskirche war den Menschen ob ihrer Standhaftigkeit wohl einfach ans Herz gewachsen. Man blickte, ob nun vom Ku-Damm, vom Bahnhof Zoo oder der Tauentzienstraße doch recht »melancholisch« auf die Silhouette des auch noch als Ruine imposant wirkenden Kirchenbaus.

Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Eine heftige und lang anhaltende Diskussion um die Zukunft der Kirche entbrannte ab dem Jahr 1947. Neubau oder Wiederaufbau, das war die zentrale Frage. Eindeutig entschieden war die Sache damals nicht. Im Mai 1949 fing die Stadtverwaltung, dessen ungeachtet, jedenfalls schon mal mit ersten Abrissarbeiten an.

Der Rest ist bekannt. Der begonnene Abriss wurde nach Protesten wieder gestoppt, neue Pläne sollten erstellt werden. 1954 sicherte man den von ehemals 113 auf 71 Meter geschrumpften Westturm, baufällige Nebengebäude wurden allerdings beseitigt. Es folgte ein offizieller Planungswettbewerb zur Neugestaltung von Kirche und Platz, welchen 1957 der Architekt Egon Eiermann für sich entscheiden konnte. Seinen Entwurf musste er allerdings 1958 nochmals überarbeiten, da auf Drängen der Bevölkerung die Ruine des Westturms, im Volksmund auch „Hohler Zahn“ genannt, nun in eine Gesamtplanung mit einbezogen werden sollte. Ein Kompromiss musste also her. Und so geschah es. Das realisierte und im Dezember 1961 eingeweihte Ensemble aus Alt und Neu ist bis heute ein weltbekanntes Wahrzeichen der Stadt und ein beliebter, lebendiger innerstädtischer Treffpunkt.

Übrigens: Am 12. Mai 1949, also nur vier Tage nach dem Erscheinen der Gedächtniskirchen-Reportage wurde die durch die Sowjetunion ab dem 24. Juni 1948 betriebene Blockade West-Berlins aufgehoben und beendet. Der Westteil der Stadt war nun wieder auf dem Land- und Wasserwege erreichbar. Während der fast einjährigen Blockadezeit konnte West-Berlin ausschließlich per Flugzeug erreicht und – via Luftbrücke - mit allem Lebensnotwendigen versorgt werden.
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Albert Sawinsky Troisdorf (Rhld.) – Geduldspiele um 1912

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Albert Sawinsky

Damals, als Johann Albert Sawinsky 1884 in Siegburg, Rheinland geboren wurde - im Volksschulalter übersiedelte er mit seinen Eltern nach Troisdorf nahe Köln – konnte noch niemand vorhersehen, dass dieser Johann Albert im nahenden 20. Jahrhundert als Fabrikant von Gedulds- und Vexierspielen sogar Minister, Könige und Kaiser nicht nur zu beschäftigen, sondern auch recht zu begeistern wusste. Der deutsche wie auch der österreichische Kaiser ernannten ihn anerkennend sogar zum kaiserlichen und k.u.k. Hoflieferanten.

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1901, im Alter von 17 Jahren, besuchte Sawinsky mit selbstentwickelten und eigengefertigten Spieleprodukten eine erste Verkaufsmesse. Das für eine steile Karriere notwendige Selbstvertrauen in seine eigenen Fähigkeiten holte er sich kurz danach im Rahmen der Teilnahme an einer Weltausstellung in St. Louis, Missouri, USA. Dort konnte er seine faszinierende Spieleidee auf internationalem Parkett präsentieren.

Ein Katalog aus dem Jahr 1912 zeigt so anspruchsvolle Geduldspiele wie das Vexier-Ei oder den Teufelsknoten. Eine weitere Spezialität von Sawinsky waren die sogenannten Garnituren, die - aus nur einem Holzblock und ohne Ausschuss gesägt - eine typische Möblierung zu einem vorgegebenen Zimmerthema aufwiesen. Die geniale Umsetzung all dieser Ideen adelt den Tüftler und Techniker Johann Albert Sawinsky bis heute.
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eBay-Auktion vom 19.03. bis 26.03.19

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ebay-auktion März 2019

Unsere aktuelle eBay-Auktion ist gestartet. Wir versteigern insgesamt über 100 Positionen verschiedener Hersteller. Darunter sind Modelle der Firmen Wiking, Faller, Preiser, Dr. Rudolf Spitaler und andere.

Einige interessante Objekte finden Sie in unserem aktuellen Newsletter. Alle angebotenen Modelle finden Sie mit vielen Detailaufnahmen in unserem eBay-Shop.

Penny Toys - Groschenspielzeug

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Penny Toys

Der Groschen. Wie auch immer er gedreht und gewendet werden konnte, der „Groschen“ besaß keinen allzu hohen Kaufwert. Er stand eher für billig, wohlfeil, günstig. Eine günstig zu erwerbende Ware bezeichnete man in früheren Zeiten daher auch gerne als „Groschenware“. Im anglo-amerikanischen Sprachraum meint das Wort „Penny“ in etwa dasselbe.

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Penny Toys Reiter auf Pferd

Ist eine Ware im Preis günstig und verbindet sie darüber hinaus den praktischen Nutzen auch mit einem ideellen Mehrwert, also etwa der Freude am Spiel(zeug), Erkenntnis, Glück, Ablenkung, so wird die Nachfrage nach diesem Gut erwartbar steigen. Zuverlässig reiht sich dann für den Hersteller wie für den Verkäufer Groschen an Groschen, die Sache wird mit steigender Menge rentabel und daher attraktiv.

Groschenspielzeug, in Sammlerkreisen unter dem Begriff „Penny Toys“ bekannt, boomte im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert und war als preisgünstiges, also leistbares aber nicht eben robustes Spielzeug aus Weißblech in der Kinderwelt weit verbreitet. Penny Toys waren zum täglichen Spielen da. Sie wurden einfach solange bespielt, bis sie kaputt gingen. Es bestand ja immer die Möglichkeit, in absehbarer Zeit und für billiges Geld ein neues Modell zu erwerben. Für ein Leben in der Vitrine, wohlverpackt in einer Faltschachtel, waren sie nicht gedacht. Das macht übrigens diejenigen Penny Toys, die bis heute in gutem bis passablem Zustand überlebt haben, für jeden Sammler so überaus wertvoll.

Penny Toys Karussell

Penny Toys lassen sich, da fabriksmäßig weitgehend ungemarkt, nicht in jedem Fall einem bestimmten Hersteller zuordnen. Wenn Penny Toys Markungen aufweisen, dann ist es oftmals der Namenszug oder das Logo des Händlers oder des Grossisten, also des einflussreichen Letztvertreibers in diesem lukrativen Massenmarkt.

Es ist bekannt, dass sich im ausgehenden 19. Jahrhundert vor allem die Gilde der Nürnberger Blechspielzeughersteller, und hier vor allem mittelgroße, kleine und kleinste Hersteller, der Produktion dieses wohlfeilen Spielzeugs annahmen. Exportiert wurde in großen Stückzahlen vor allem in den anglo-amerikanischen Raum, wo diese Spielzeuge großen Anklang fanden. Gefragt nach der motivischen Vielfalt ist zu sagen, dass es die Aufgabe der Penny Toys war, im Miniaturmodell die damalige Lebenswelt der industrialisierten, technisierten Gesellschaft in seinen unterschiedlichsten Ausformungen anschaulich zu verkörpern. Die große Welt im kleinen Format.
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Kaufhaus N. Israel – Album 1910. Die Frau und ihre Welt

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Kaufhaus Nathan Israel

Das Kaufhaus Nathan Israel, im historischen Nikolaiviertel gelegen, galt um 1900 als größtes und auch fortschrittlichstes Kaufhaus in Berlin. Herausragend war nicht nur die Qualität der dort angebotenen Waren, vorbildlich war die gelebte soziale Verantwortung der Firmeneigentümer sowohl der Kaufkundschaft als auch der eigenen Belegschaft gegenüber. Fortschrittlich die vom Eigentümer entwickelten Bildungs- und Erlebnisangebote.

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Es wurde eine Kinderbetreuung im Kaufhaus bereit gestellt, ein Zeitschriften-Lesesaal für das Publikum betrieben, aber auch eine eigene, private Handelsschule zur kaufmännischen Ausbildung ins Leben gerufen. Vielfältige Freizeit- und Bildungsmöglichkeiten standen den Angestellten des Kaufhauses offen. Und so nimmt es nicht Wunder, dass die Firma N. Israel auch einen eigenen Buchverlag unterhielt. Dieser brachte zwischen 1901 und 1914 zu jedem neuen Jahr einen Almanach, das sogenannte „Album“, heraus. Jeder Albumsjahrgang hatte sein eigenes Thema. Das Album für das Jahr 1910 widmete sich der Frau und ihrer Welt.

Aus Nathan Israel Album 1910

Das Spektrum der Beiträge war umfassend: die Frau in Beruf und Gesellschaft, in Sport und Politik; die Frau als Mutter. Das Thema Schönheit wurde beleuchtet. Auch künstlerische Themen, wie Musik, Tanz, Literatur etc. fanden Raum.

Im Anschluss an die themengebundenen Beiträge im redaktionellen Teil des Albums fand sich im Anhang sowohl ein nützliches Jahres- und Tageskalendarium mit viel Platz für zusätzliche handschriftliche Eintragungen, als auch eine graphisch gestaltete, detaillierte Sitzplatzübersicht - zum Teil mit Ticket-Preisangabe - der vierunddreißig von der Redaktion ausgewählten großen Berliner Theater- und Opernhäuser, einiger Konzert- und Varietéhäuser sowie der Zirkusangebote der Familien Busch bzw. Schumann. Eine so umfassend gestaltete Jahresgabe stand dem selbstgesetzten pädagogischen Auftrag, als auch der Imagepflege des Kaufhauses Nathan Israel sicherlich gut zu Gesicht.

Das Kaufhaus N. Israel wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört und nicht wieder aufgebaut.
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Verkehrs-Kurier – Ein Informationsdienst in der Nachkriegszeit

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Verkehrs-Kurier

Ein zeitgeschichtlich interessantes Dokument der deutschen Nachkriegszeit ab 1945 stellt der A5-formatige Informationsdienst „Verkehrs-Kurier“ dar. Dieses in der Anfangszeit unregelmäßig erscheinende Printmedium, welches den ergänzenden Untertitel „Verkehrsdienst in der britischen Besatzungszone“ trägt, veröffentlichte Hinweise zu verkehrs- und ordnungspolitischen Themen. So etwa in Heft 2, 1946 Informationen zur aktuellen Anpassung des Postleitzahlsystems in den vier Besatzungszonen.

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Bekanntgemacht wurden in Heft 2 unter anderem wichtige Informationen für die Transportwirtschaft, so etwa der Hinweis auf verkehrssichere Durchgangsstraßen in der Nord-Rheinprovinz, neue Fahrplandaten der regionalen Kraftpostlinien, aktuell geänderte Güterverkehrsvorschriften, neue Bestimmungen für den Telegrammdienst.

Und auch so mancher Tipp zur allgemeinen Wirtschaftlichkeit wurde veröffentlicht. Im Beitrag „Benzin und Gummi sparen durch wirtschaftliches Fahren“ wurde darüber aufgeklärt, dass „Kilometerfressen“ für motorisierte Verkehrsteilnehmer ein teurer Spaß werden könne, dem unbedingt Einhalt zu gebieten sei. Die kriegsbedingte Verknappung von Gummi und Kraftstoffen verpflichte die fahrende Bevölkerung daher zu entsprechend verantwortungsvollem Umgang und Handeln. Im Folgebeitrag „Reifenpflege notwendiger denn je“ wurden auch gleich praktische Tipps zur vernünftigen Materialpflege geliefert.

Hinweis: Am 28.12.1945 wurde der „Verkehrs-Kurier“ im Namen des I.C.U. von der britischen Militärbehörde, als oberster politischer Aufsichtsbehörde der Region, zum Druck und zur Verbreitung freigegeben. Hinter dem Kürzel I.C.U. verbirgt sich die Information Control Unit, ein Dienst der britischen Besatzungsbehörde zur Ausübung der Kontrolle der Informationsdienste in der eigenen Besatzungszone. Der I.C.U. war innerhalb der Zone regional in unterschiedliche Distrikte (Corps Districts) aufgeteilt. Der I.C.U. District Nr. 1 kontrollierte die beiden Provinzen Nordrhein und Westfalen, sowie das Land Schaumburg-Lippe. Das Headquarter des I.C.U. 1, in dessen Zuständigkeitsbereich der „Verkehrs-Kurier“ fiel - war in Düsseldorf-Benrath stationiert.
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Gecevo - Holz-Fahrtier Hahn

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Gecevo Holzspielwaren

Nachziehspielzeuge erfreuen sich zumeist allergrößter Beliebtheit. Haben Babies einmal das Laufen erlernt, ist sowohl die Neugierde als auch der Erkundungsradius eindeutig größer geworden. Ein treuer Begleiter, der einem überall hin folgt ist dann eine feine Sache. Ein Nachziehspielzeug ist dafür sehr gut geeignet. Die Firma Gecevo Holzspielwarenfabrik, von Georg Christoph Vogel 1890 im waldreichen Steinach, Thüringen gegründet, stellte Holzspielzeuge her, wie etwa diesen Hahn.

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Geveco Ziehspielzeug Hahn

Bei Gecevo wird allerdings von Fahrtieren statt von Ziehspielzeug gesprochen. Das Holz-Fahrtier „Hahn“ ist mit ca. 13 cm ebenso lang wie hoch. Herstellungszeitraum vermutlich 1950ger Jahre. Das Spielzeug weist auf der linken Seite das typische Gecevo-“Vogel“-Logo auf und ist voraussichtlich für den Export vorgesehen gewesen, da es an der Unterseite einen Stempel mit dem Text „Foreign“ als auch, auf der dem Gecevo-Logo gegenüberliegenden Seite des Modells, einen runden Aufkleber mit dem Text „Wellworth R/V 3/6“ trägt.
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   Frohe Festtage und einen guten Start ins Jahr 2019   

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Karstadt Weihnachten 1959

Wir bedanken uns für Ihr Interesse an unseren Angeboten aus der schönen und vielfältigen Welt des Spielzeugs und des Sammelns.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019
wünscht Ihnen das Team von Conrad antiquario.

Bamberger & Hertz – Vorweihnachtliches vom Knaben- und Herrenausstatter

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Bamberger Hertz

Es weihnachtet. Die Lieben möchten beschenkt werden und für die kalte Jahreszeit sollte mit entsprechender Kleidung rechtzeitig vorgesorgt werden. Dieser Meinung waren auch die Verantwortlichen des 1876 gegründeten Konfektionshauses für Knaben und Herren Bamberger & Hertz. Mit einem schmucken 16-seitigen Versandwerbemittel und dem Slogan „Freude, Wärme, Wohlbehagen ... guter Rat auf tausend Fragen“ möchte das Kaufhaus vor den Festtagen auf sein Angebot aufmerksam machen.

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Der vorweihnachtliche Versandkatalog stammt vermutlich aus der ersten Hälfte der 1930ger Jahre. Die Verantwortung für die grafische Gestaltung des Werbemittels oblag dem Gebrauchsgrafiker Henry Ehlers, der ab 1928 intensiv und umfassend für das Modehaus arbeitete. Interessant ist dieser Versandkatalog aus werbepsychologischer Sicht, enthält er in seiner Konzeption moderne, strukturgebende grafische und kommunikative Gestaltungselemente, die in ihrer Suggestivkraft perfekt in einander spielen.

Eine besonders gelungene Informationsseite des Kataloges stellt der kerzenbeleuchtete Preisbaum dar, der stimmungsvoll für jedes Portemonnaie eine leistbare Auswahl entsprechender Produkte auflistet. An anderer Stelle werden Geschenkideen für Familienmitglieder vorgestellt. Geschenke für „Vater“, den „großen oder den kleinen Bruder“, die „große Schwester“.

Bamberger Hertz 1930

Der Versandkatalog ist Teil der umfassenden Kommunikationsstrategie des Hauses, die neben dem Firmenlogo, 'Mann mit langem Mantel und Hut', das als einprägsame Haupt-Bildmarke des Unternehmens fungierte auch eine kostenlose, werbefreie Jugendzeitschrift mit dem Namen „Der freundliche Herr“ in Umlauf brachte.

Das Konfektionshaus Bamberger & Hertz mit Filialen an sechs großstädtischen Standorten in Deutschland wurde in den Jahren ab 1933 arisiert. Einzelne Filialen mussten sofort geschlossen werden, andere wurden mit neuem Eigentümer weiterbetrieben. Die letzte in Familienbesitz verbliebene Filiale, das Haus in München, wurde im November 1938 zwangsübereignet.
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Sicherheit im Straßenverkehr – im Spiegel der Werbeanzeigen

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Nordland Schneeketten

Auf Deutschlands Straßen ereigneten sich im Jahr 2016 laut Statistischem Bundesamt insgesamt 2,6 Millionen polizeilich erfasste Straßenverkehrsunfälle mit Personen- und/oder Sachschäden. Jeder Unfall ist unbestreitbar immer einer zu viel. Der Wunsch nach unfallfreiem Fahren begleitet uns stets. Gefahrenminderung und Gefahrenabwehr sind daher naheliegende Themen. Wir haben uns in der Medienwelt umgesehen, wie der Öffentlichkeit das Thema „Sicherheit im Straßenverkehr“ in den 1950ger und 1960ger Jahren durch Firmenwerbung nahe gebracht werden sollte.

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Damals wie heute gilt die alte Fahrschulregel: Am Straßenverkehr teilnehmen, heißt ausgeschlafen, frisch und aufmerksam sein. Im Falle von eventuell auftauchenden Ermüdungserscheinungen versprachen im Jahr 1952 „Halloo-Wach Tabletten“ Abhilfe. Sie konnten für 90 Pfennige in Apotheken und Drogerien erworben werden. Diese Werbeanzeige haben wir in der Zeitschrift Quick vom 9. März 1952 gefunden. Es lauerten nicht nur innere, sondern auch äußere Gefahren, die vorausblickend abgewendet werden mussten. Für sicheres Fahren auf Matsch, Eis und Schnee warb mittels Prospekt im Jahr 1949 die Nordland Deutsche Schneekettenfabrik mit ihrem vielfältigen Angebot. Produkte der Nordland, vor 1945 noch als Deutsche Sichtscheibenfabrik bekannt, boten sich auch in Fällen von Wind und Sonne als Helfer in der Not an. Zusatzgerätschaften wie etwa Windabweiser oder Sonnenblenden für Automobile wurden neben zu den bekannten Schneeketten ebenfalls angeboten. Eine Werbeanzeige in der Zeitschrift Auto Motor und Sport vom 21. April 1962 zeigt dies.

Veith B. F. Goodrich Autoreifen

„Fahr ja vorsichtig!“ ruft der Sohn seinem abfahrbereiten Vater zu. Der Reifenhersteller Veith aus Sandbach bei Höchst im Odenwald wirbt damit ganzseitig in Auto Motor und Sport, Heft 19 vom 8. September 1962. Höhere Geschwindigkeiten und neu entwickelte Straßenbeläge forderten die Entwicklungsabteilungen der entsprechenden Firmen zu immer neuen Lösungen im Bereich der Profiloptimierung und Reifenkonstruktion heraus.

Ein wichtiges Thema stellte damals wie heute das Sicherheitsgurt-System dar. Zweipunkt-Gurte gab es ab 1902 bereits sehr früh. Die Weiterentwicklung des Schutzgurtsystems nahm aber erst in den 1950ger Jahren an Fahrt auf. Aus Schweden kam 1959 die Innovation des 3-Punkt-Gurtsystems. Daher wurde der Sicherheitsgurt umgangssprachlich auch „Schwedengurt“ genannt, wie die Werbeanzeige der Firma Kubald in Heft 14 der Zeitschrift Auto Motor und Sport vom 30. Juni 1962 zeigt.
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DKW - das kleine Wunder

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DKW Logo

Die populäre Marke DKW erfreut sich noch heute einer Reihe beliebter Umschreibungen. So hört man für die Buchstabenfolge D-K-W mitunter so phantasievolle Versionen wie: „Des Knaben Wunsch“, „Des Knaben Wunderhorn“, „Das kleine Wunder“ oder auch schlicht „Deutscher Kraft Wagen“. All das sind schöne Umschreibungen für eine technische Entwicklung aus dem Jahr 1916, die damals auf den Namen „Dampf-Kraft-Wagen“ hörte.

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Der 1904 zuerst in in Chemnitz, dann etwas später 1906 in Zschopau ansässige dänische Ingenieur Jørgen Skafte Rasmussen tüftelte in den Kriegsjahren um 1916 an der Entwicklung eines dampfgetriebenen Transportvehikels, welches allerdings über den Status von ersten Versuchsmodellen nicht hinaus kam. Bis heute geblieben ist von dieser unternehmerischen Episode allein der Markenname „DKW“ und die damit verbundene strategische Entscheidung von Rasmussen, zukünftig auf die Entwicklung von Kleinstmotoren zu setzen. Zuerst als Hilfsmotor für Fahrräder, später als Vollantrieb für Motorräder. Mit großem Erfolg. Die Zschopauer Motorenwerke waren 1929 mit rd. 60.000 produzierten Motorrädern im Jahr größter Motorradhersteller der Welt. Parallel trieb Rasmussen die Entwicklung von Automobilen voran. Dies mündete um 1930/31 in der Produktion des DKW F1, des ersten serienmäßig mit Frontantrieb ausgestatteten Automobils. Das Unterhaltungsmagazin „Die Woche“ berichtete am 27. Juni 1931 in Heft Nr. 26 darüber.

DKW Logo

Als sich im Jahr 1932 die vier Marken Audi, DKW, Horch und Wanderer zur Auto-Union zusammenschlossen, war der Grundstein für die weitere Entwicklung der DKW – Auto Union gelegt. Nach dem Krieg wurden in Ost- wie West-Deutschland neue Unternehmensstrukturen aufgebaut. Zwickau, Zschopau und Chemnitz, sowie Ingolstadt bildeten nun die neuen Zentren der Produktion. Die im Jahr 1949 in Ingolstadt neu gegründete Auto Union GmbH versorgte noch die vielen auf den Straßen befindlichen DKW mit den nötigen Ersatzteilen, um sich dann vermehrt auf die Entwicklung des modernen DKW-Schnellasters zu konzentrieren. Für den DKW F 89 L gab es im Jahr 1950 bereits eine ansehnliche Modellpalette, wie wir aus einem informativen Beitrag aus der Wochenzeitschrift Quick, Heft 22 vom 28. Mai 1950 auf Seite 749 erfahren.

DKW Pritschenwagen

Der umtriebige Modellbauproduzent Wiking führte den DKW Schnellaster mit etwas Verzögerung ab dem Jahr 1953 im Sortimentsprogramm und machte das Erfolgsmodell der Straße damit als DKW-Pritschenwagen spielzimmertauglich. Der Erwerbspreis des Modells im Maßstab 1:90 lag damals bei fünfzig Pfennigen.
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SIKU Flughafen – ein Tor zur Welt

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Siku Flughafen Logo

Der Flughafen - ein Tor zur Welt. Das oft zitierte Tor zur Welt macht eine Stadt, ja oft sogar eine ganze Region zusätzlich attraktiv. Sowohl für den Passagier, als auch für die Wirtschaft. Nicht zuletzt ist der Flughafen an sich auch ein Sehnsuchtsort. Der Wunsch, ferne Ziele in einer durchaus annehmbaren Zeitspanne zügig erreichen zu können lässt einen da schon träumen.

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Mit Beginn der 1960ger Jahre wurden diese Träume durch den vermehrten Einsatz von schnelleren Düsenflugzeugen, die sich anschickten, die vergleichsweise langsameren Propellermaschinen weitestgehend abzulösen, zusätzlich angeheizt. Fliegen wurde schneller und komfortabler, zunehmend auch leistbarer.

Siku Flughafen Diorama

So verwundert es auch nicht, dass sich die Firma SIKU mit dem Thema Flugzeugmodelle und Flughafen beschäftigte. Unser Diorama zeigt Gebäude- und Flugzeugmodelle aus den späten 1950ger und frühen 1960ger Jahren, wie etwa im SIKU-Katalog des Jahres 1962 abgebildet. Viel Freude!
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Beleuchtung im Miniaturmaßstab - eine Zeitreise 1913 - 2012

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Bing Katalog 1913 Lampen

Licht erzeugt Stimmung. Das ist im echten Leben so. Das gilt aber genau so auch im Modellbau. Eine die Wirklichkeit nachbildende Beleuchtung mit künstlichen Lichtquellen gibt einem Diorama oder einer Modellanlage das gewisse Etwas. Licht und Beleuchtung regen unsere Phantasie an und lassen die gebauten Szenen authentisch erscheinen. Licht belebt die Sinne, so könnte man sagen. Unsere kleine Zeitreise durch die Epochen der Beleuchtungstechnik im Bereich Modellbau beginnt im Jahr 1913.

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Die Firma BING bietet in ihrem Modellsortiment des Jahres 1913 auf den Seiten 359 und 375 Bogenlampen, Laternen und Straßenlampen mit echter Beleuchtung an. Aus heutiger Sicht recht abenteuerlich ausgestattet mit Oel- oder Kerzenbeleuchtung, aber auch bereits modern mit Schwachstromzufuhr bzw. Dynamo-Magnettechnik.

Brawa Katalog 1967-1968

In den 1960ger Jahren sind Oel und Dynamo in der Modellbeleuchtung natürlich verschwunden. Die Tendenz geht in Richtung Miniaturisierung der Leuchtmittel. Im Katalog der Firma Busch, 1963, liest man auf Seite 4: »An der Grenze der technischen Möglichkeiten sind unsere Straßenlampen mit dem „Freileitungs-System“ angelangt. Um noch kleinere Lampentypen herzustellen, mußten neue Wege gefunden werden. Das 'Reflex-System'. Die Lichtquelle befindet sich im Lampenfuß«. Der Lichteffekt wird mittels optischer Linse gesammelt und in den Lampenmast eingespiegelt. Neben der innovativen Firma Busch beschäftigten sich zu dieser Zeit etwa auch die Hersteller Brawa, Katalog 1963/64 ab Seite 2, und Vollmer, Katalog 1963/64 Seite 8 intensiv mit dem Thema Beleuchtung.

Busch Katalog 1963-1964

Mit dem Sonderheft MIBA Spezial 92 „Modellbahn Beleuchtung“ aus dem April 2012 befinden wir uns im 21. Jahrhundert. Die Tendenz aus dem Jahr 1963 – Miniaturisierung - hat sich weiter fortgesetzt. Die Glühbirne musste der LED-Technik weichen. Kleinste Leuchtpunkte sind nun technisch möglich geworden. Die Innovationskraft der Digitalisierung erlaubt zudem unzählige Schaltungsmöglichkeiten und Gestaltungsabläufe. Komplexe Lichtszenarien und Schaltungsfolgen können mittels individuell vorzunehmender Programmierung erzielt werden.

Nun bleibt es uns überlassen, ob wir uns, je nach persönlicher Vorliebe, durch den Schein des Oel-Lichtes oder durch Leuchtdioden verzaubern lassen.
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Fisher-Price – Das Nachziehspielzeug Fred Flintstone Zilo

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Fisher Price

Das US-amerikanische Unternehmen Fisher-Price wurde 1930 durch Herman Fisher, Irving Price und Helen Schelle in East Aurora, NY gegründet. Der gemeinsame Wunsch der Gründer: Spielzeuge zu entwickeln, die „die Fantasie anregen und etwas Neues, Überraschendes und Lustiges machen“ können.

Fisher-Price startete sein Sortiment ab dem Jahr 1931 mit sechzehn Spielzeugen, darunter das weltweit erste Nachziehspielzeug, die Ente Doctor Doodle. Die Legende sagt, dass allein die erste Modellversion mit blauen Rädern ausgestattet war. Ab 1932 wurden dann orangefarbene, neutral helle holzfarbene, rote, weiße oder grüne Räder verwendet. Auch die Form von Doctor Doodle änderte sich im Laufe der Zeit. Zu bewundern ist die Entenfamilie Doodle im Fisher-Price Toy Town Museum, East Aurora, NY.

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Unser hier vorgestelltes Fisher-Price Nachziehspielzeug ist die bekannte Figur des Fred Feuerstein (amerik.: Fred Flintstone) aus der Fernsehserie „Die Feuersteins“ und stammt aus dem Jahr 1962. Die für ihre Entwicklungsarbeit im Bereich der Animationsfilme bekannte amerikanische Produktionsfirma Hanna-Barbera Productions, Inc. hält die Rechte am Namen Fred Flintstone. Fisher-Price sorgte für den Vertrieb dieses Modells. Screen Gems Inc. wiederum hält die Markenrechte an den Flintstones. All diese Hinweise finden sich in Kürzestform und kleinstgedruckt auf Freds Steinzeitmantel, der als Papierbild auf dem Holzkörper des Modells aufgebracht ist. Das Modell wurde wohl nur im Jahr 1962 hergestellt und exklusiv über die US-amerikanische Handelskette „Sears“ unter der Artikelnummer 712 angeboten.

Fisher Price Fred Feuerstein

Das Modell erfüllte perfekt alle Vorgaben der Gründer. „Fantasie“ anregen. Dies ist mit dem Thema Steinzeit ganz sicherlich gelungen. Die Folgewirkung war übrigens phänomenal: In 166 Episoden, die zwischen 1960 und 1966 für das Fernsehen produziert wurden, entführte uns die Familie Feuerstein in die abenteuerliche Welt der Steinzeit. „Das Neue und überraschend Lustige“: Der immer etwas tollpatschige Fred spielt hier treffsicher auf seinem Xylophon (Zilo) schöne Melodien, je nachdem in welchem Winkel man das Spielzeug dank des drehbaren Vorderteiles hinter sich herzieht. Mit diesem Spielzeug hat Fisher-Price überzeugend das geschafft, was sich die Gründer seinerzeit auf die Fahne geschrieben hatten, Generationen Freude zu bereiten.
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Dorfan Company – mit Nürnberger Wurzeln 1924 in die USA

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Dorfan

Milton und Julius Forcheimer gründeten ihr ganz auf Eisenbahnmodelle der Spurgrößen 0-gauge und wide-gauge spezialisiertes Unternehmen Dorfan Company im Jahre 1924 in Newark, New Jersey, USA. Werkstoff war ausschließlich Blech. Im Jahr 1927 umfasste das speziell für den amerikanischen Markt ausgerichtete Dorfan-Sortiment bereits ein Modellangebot, dass einen 20-seitigen Katalog zu füllen wusste. Stationshäuser, Signale, Schienen, Tunnels, Lampen, Brücken und Schalthäuschen ergänzten das bestehende Zug- und Waggonsortiment.

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Dorfan Katalog

Die Weltwirtschaftskrise erfasste im Jahr 1934 schließlich auch das Unternehmen Dorfan, das nun notgedrungen die Produktion einstellen und das Werk schließen musste. Damit war das mutige Experiment auf dem amerikanischen Kontinent, dessen Wurzeln bis nach Nürnberg reichten, beendet.

Kraus Fandor Logo

Damals, 1910, gründete Josef Kraus in der Spielzeughochburg Nürnberg zusammen mit seinen beiden Neffen Milton und Julius Forcheimer das deutsche Unternehmen Jos. Kraus u. Co., ein seinerzeit bekannter Hersteller von Blecheisenbahnen. Mitunter wurde die Kurzform Kraus-Fandor verwendet, mit Blick auf den Export auch nur Fandor.

„Dorfan“ / „Fandor“. Beide Namen geben noch ein kleines Rätsel auf, dass sich wie folgt auflöst: Fanny (Fannie) und Dora waren die Vornamen der Mütter der Cousins Milton und Julius Forcheimer. Im Firmennamen Kraus-“Fandor“ (FanDor) sind sie zuerst verewigt worden. In Bezug auf ihre eigene Firmengründung in den USA dienten Milton und Julius die Vornamen ihrer Mütter wohl als gutes Omen. Sie änderten aber die Reihenfolge auf Dora Fanny (DorFan). Der Firmenname hatte ihnen 10 Jahre Glück und Erfolg gebracht.
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Der Kruckenberg´sche Schienenzeppelin

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Steiff

Der legendäre Schienenzeppelin. Vordenker und Vater dieser revolutionären Beförderungsidee war der 1882 in Uetersen bei Hamburg geborene Franz Kruckenberg, ein diplomierter Schiffbauingenieur. Er beschäftigte sich bereits um das Jahr 1914 herum mit der Entwicklung gasgefüllter Luftschiffe, befand diese aber letztendlich für zu gefährlich im Betrieb und volkswirtschaftlich für zu teuer in der betriebstechnischen Unterhaltung. Dennoch faszinierten ihn als Ingenieur wegweisende aerodynamische Konstruktionen. 1922 dachte er etwa über hängende Schwebebahnen nach, 1928 über Schnellbahnfahrzeuge mit quer schwenkbarem Wagenkörper zum Ausgleich der Fliehkräfte in Kurven. All diese Vorüberlegungen brachten ihn schlussendlich mit dem Berliner Professor für Strömungsphysik, Dr. Hermann Föttinger, zusammen.

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Beide, Kruckenberg und Föttinger, widmeten sich in den Jahren nach 1928 vorrangig der Entwicklung des idealen Stromlinienkörpers in Form eines schienenrollenden Zeppelins mit integriertem Propellerantrieb als Kraftantriebsquelle.

Der Schienen-Zeppelin aus dem Bing Katalog von 1931

Die Idee gedieh und erste Probefahrten wurden im Jahre 1930 auf dem deutschem Schienennetz durchgeführt. Am 1. November 1930 berichtete die Zeitschrift „Die Woche“ in ihrem Heft 44 in Wort und Bild ausführlich über dieses zukunftsweisende Bahnprojekt.

Während der Jungfernfahrt im Juni 1931 gelang mit 230 km/h sogleich ein legendärer Geschwindigkeitsrekord. Im Vorfeld pr-mäßig gut platziert, berichtete „Die Woche“ im Mai 1931, Heft 21, über Perspektiven eines praktischen, sinnvollen Einsatzes des Schienenzeppelins im Fahrplannetz der deutschen Reichsbahn.

Dazu sollte es aber nicht mehr kommen, denn Kruckenberg arbeitete bereits an einer neuen Idee, der eines dreiteiligen Schnelltriebwagens mit einem größeren Personenfassungsvermögen. Es war der DR 137 155, „der fliegende Silberling“, der im Juni 1939 bei Testfahrten mit 215 km/h rekordverdächtig aufhorchen ließ. Der spektakuläre Schienenzeppelin war übrigens noch bis zum Juli 1934 in Testeinsätzen auf der Schiene unterwegs, wurde dann jedoch an die Deutsche Reichsbahn verkauft. Im März 1939 verschrottete diese dann das legendäre Triebfahrzeug.

Wie reagierte nun seinerzeit der Modellbaumarkt auf den Schienenzeppelin? Die bekannten Firmen Märklin aus Göppingen und BING aus Nürnberg hatten dieses futuristisch anmutende Schienenfahrzeug bereits im Jahre 1931 in ihren Katalogen verzeichnet.

Aus dem Märklin Katalog 1931Der Märklin Schienen-Zeppelin im Märklin Katalog D8 aus dem Jahr 1931.

Bei Märklin wurde das Modell nur in Spur 0 sowohl mit Uhrwerk- als auch mit Elektroantrieb auf den Markt gebracht. Das Uhrwerkmodell wurde dem Spielzeughandel für 9,50 Reichsmark offeriert, das Modell mit Elektroantrieb für 19,50 RM. Das Modell war auf 31 cm Länge dimensioniert. Die Firma BING hielt mit. Der Schnellbahnwagen (Schienenzeppelin), in Spur 0 und für elektrischen Antrieb geeignet, war 30 cm lang und wurde dem Handel damals für 18,00 Reichsmark angeboten.

Im Modelljahr 1932 senkte Märklin seinen Verkaufspreis Spur 0 auf taktische 17,50 RM und führte zusätzlich die Spur 1 Variante mit 56 cm Länge bei 32,00 Reichsmark Abgabepreis ein. Die Firma BING verabschiedete sich 1932 bekanntlich gänzlich vom Markt. Märklin führte den Schienenzeppelin in beiden Spurgrößen, 0 und 1 nur noch bis zum Modelljahr 1937/38 im Programm. Dies bei unverändertem Verkaufspreis. Als letztes angebotenes Verkaufsmodell wird die elektrisch betriebene Spur 0 Variante im Katalog 1938/39 angeboten, rutschte aber auf die nicht so prominente „hintere“ Seite 28 zurück. Im Märklin-Katalog von 1939/40 befindet sich das Modell dann gar nicht mehr im Sortiment. Mit der oben erwähnten Verschrottung des „echten“ Schienenzeppelins im Jahr 1939 fand das Miniaturmodell somit auch sein Ende im Märklin-Sortiment.

Nachtrag: Märklin legte das Modell zwischen 1975 und 2011 im H0-Maßstab in drei technischen Entwicklungsschritten neu auf. Ebenso befasste sich 2003 die US-amerikanische Firma Schylling, in Vertriebskooperation mit Lionel, mit dieser am amerikanischen Markt „Rail-Zeppelin“ genannten Eisenbahn-Legende. Eine interessante und originelle Interpretation des Schienenzeppelins finden wir auch bei der Firma Tri-ang Hornby (Meccano) im französischen Katalog 1969 auf Seite 23. Aus dem Meccano Hornby Katalog von 1969

la locomotive de léspace! Aus dem französischen Meccano Hornby Katalog von 1969. « weniger anzeigen

Steiff Plüschtiere – Welterfolg Teddybär

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Steiff

1953 gab es im Hause des Spielwarenherstellers Margarete Steiff GmbH in Giengen an der Brenz einen runden Geburtstag zu feiern. Der Steiff Bär war stolze 50 Jahre alt geworden. Das prominente Geburtstagskind war ein Plüschtier, das auf den Namen Teddy hörte. Richard Steiff, ein Neffe der Firmengründerin Margarete, erfand und entwickelte im Jahr 1902 den weltweit ersten Spielzeugbären mit beweglichen Armen und Beinen. Das Haus Steiff präsentierte diese Spielzeug-Neuerscheinung, die intern auf den Produktnamen 'Bär 55PB' – P für Plüsch und B für beweglich - hörte, im darauf folgenden Jahr 1903 auf der Leipziger Spielwarenmesse erstmals der Fachöffentlichkeit.

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Im Steiff Katalog aus dem Jahr 1953 wird das „wohl berühmteste aller Steifftiere“ für sein rundes 50-Jahr-Jubiläum (1903-1953) dann auch gebührend gefeiert. Wir lesen im 1953ger-Katalog, warum gerade dieser Bär aus Mohairplüsch, der übrigens erst ab dem Jahr 1906 mit dem Namenszusatz „Teddy“ versehen wurde, seine spektakuläre Karriere machte. Wir lesen im Katalog auf Seite 2:

„Seinen Namen hat er aber von einem amerikanischen Präsidenten, wo bei einer Hochzeit Steiff-Bären als Tafeldekoration dienten. Gefragt nach der Rasse dieser Bären, sagte ein Freund damals zu Präsident Theodore (=„Teddy“) Roosevelt, der ein großer Bärenjäger war: das ist die neue Rasse der Teddy-Bären“.

So ist es auch kein Wunder, dass damals vor allem Händler aus Amerika zu den bestellfreudigsten Kunden des Hauses Steiff zählten. Die Firma Steiff ist übrigens ein Musterbeispiel für regionale Treue. Damals wie heute ist das Unternehmen mit seinem Stammsitz in der Stadt Giengen an der Brenz in Baden-Württemberg beheimatet.

Wir gratulieren dem Teddy-Bär im Jahr 2018 zu seinem 115. Geburtstag. Steiff Katalog 1953

"Der alte gute Steiff-Teddy" im Katalog von 1953. « weniger anzeigen

Faller AMS - Auto Motor Sport ab 1963

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Faller AMS

»Die Modellautobahn ist heute neben der Modelleisenbahn wohl das beliebteste Spielzeug. Die Kombination der Autobahn mit der Modelleisenbahn nimmt mehr und mehr an Bedeutung zu«, so lesen wir es auf Seite 20 im Faller Magazin, Ausgabe Nr. 63 aus dem Februar 1968. Obwohl AMS zu H0 nicht ganz maßstabkompatibel war (etwa 1:65), hatte die Kombination Straße/Schiene sowohl ihren außergewöhnlichen Charme, als auch ihren spielerischen Reiz. Die flinken AMS-Modelle brachten obendrein auch sportliche Dynamik auf die Straße und damit zusätzliche Spannung ins Spiel.

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Auf einigen Anlagen hatte die Kombination aus Faller-AMS bzw. Faller-Rennbahn, wie es früher öfter auch mal hieß, und passenden Modellhäusern und anderweitiger Ausstattung die Nase beim Spielenden ganz weit vorn. Ergänzt mit situationstypischen Preiser Figuren, etwa den legendären Preiser Figurengruppen Nr. 62, Nr. 63 und Nr. 64, die als Personalausstattung so gerne bei Autorennen zum Einsatz kam, konnten die Rennspektakel vom Nürburgring, aus Monza oder die 24 Stunden Le Mans hautnah in den eigenen vier Wänden nachgespielt werden.

Welche Ausrichtung oder Kombination bei der Modellbau- und Spielgestaltung auch immer bevorzugt wurde, diese Marktneuheit von Faller, 1963 im eigenen Neuheitenkatalog und auf der Nürnberger Spielwarenfachmesse 1963 vorgestellt, begeisterte auf ganzer Linie. Eventuell auch den damaligen Besitzer des Nürnberger Messeneuheiten-Zettels - „letzte Meldungen“ - aus dem Jahr 1963, auch wenn dort die Faller H0-Autobahn offenbar noch nicht im Fokus der Aufmerksamkeit zu stehen schien. Faller AMS Kataloge
Die AMS-Idee überzeugte. Nicht nur spielerisch, auch technisch gesehen. Umbauten, sprich Karosseriewechsel waren leicht zu bewerkstelligen. Ersatzteile für geübte Kinderhände leicht zu tauschen. Selbst an die Flachmotoren traute man sich mit einigem Respekt ran. So gesehen: Spielfreude pur.
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TeMos Sammlerfaszination - DDR Modellspielzeug 1950 - 1970

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TeMos

Aus aktuellem Anlass möchten wir auf eine Buchpublikation aus dem Jahr 2014 hinweisen, die Conrad antiquario jüngst zur Verfügung gestellt wurde. Die Autoren Wolfgang Ziemert und Michael Peetz haben sich unter dem Titel „TeMos – Sammlerfaszination“ der Aufarbeitung der Modellbaugeschichte dieses bemerkenswerten DDR-Unternehmens, das sich mit der Herstellung von Miniaturhäusern, Landschaften und Zubehör für Modelleisenbahnen beschäftigte, gewidmet.

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TeMos Katalog

Im August 1948 gründeten Herbert Franzke, Herbert Semmler und Karl Urbantke in Köthen (Sachsen-Anhalt) die Firma TeMos – Technische Modellspielwaren. In der DDR sind die Modelle unter dem Slogan: „Immer aktuell – ein „TeMos“-Modell! bekannt geworden. Der Leser, Sammler und historisch Interessierte findet in dem mit 148 Seiten umfangreichen Nachschlagewerk eine Vielzahl von Modellen in zumeist farbigen Abbildungen und erläuternden Textinformationen dokumentiert.
Sowohl die Vollständigkeit der darin abgebildeten Modelle, als auch die inhaltlich gut gegliederte Struktur der dargestellten Themen machen dieses Nachschlagewerk zu einer wertvollen Dokumentation der DDR-Modellspielzeug-Ära der Epoche 1950 bis 1970.
Wir sehen bei TeMos eine Modellbauentwicklung vorbildlich umgesetzt, wie wir sie in ähnlicher Art und Weise auch beim süddeutschen Modellbauhersteller Dr. Rudolf Spitaler in Creglingen erkennen können.
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HAG - Hugo und Alwin Gahler Metallspielwaren

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Hugo und Alwin Gahler Metallspielwaren

Die beiden Schweizer Brüder Hugo und Alwin Gahler (HAG) brachten ihr fachliches Vorwissen aus der Metallindustrie und dem Maschinenbau ein, als sie sich im Jahr 1942, in St. Gallen in der Schweiz, privat mit der Konstruktion und der versuchsweisen Herstellung von Eisenbahnschienen beschäftigten. Wir sprechen hier natürlich vom Bereich des Modellbaus, genauer vom Spur-0-Maßstab. Offenbar war dieses Experiment erfolgreich, da erste Verkäufe des neu erstellten Schienensortimentes nach Zürich getätigt werden konnten. Der Grundstein war gelegt. Den Brüdern stand nun jedoch, dem Erfolg sei Dank, der Sinn nach weiterer Entwicklung.

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Es sollten, ergänzend zu den gefertigten Schienen, nun auch fahrbereite Zugmodelle für ein zukünftig aufzubauendes Sortiment folgen. 1944 fertigten sie erste Eisenbahnen. Diese Modelle folgten im Detail allerdings noch keinen realen Vorbildern und waren auch nicht den gebräuchlichen Maßstäben entsprechend konstruiert. Am 1. April 1944 wird die Firma H. & A. Gahler St. Gallen, Metallspielwaren-Fabrik HAG, im Handelsregister eingetragen.
Im Jahr 1948 folgte dann die erste maßstabgerechte (1:43, Spur 0) Lokomotive nach dem Vorbild der SBB Re 4/4 I. Die Erfolgswelle der beiden Modellbaubrüder hielt sich noch sehr gut bis zum Beginn der 1950ger Jahre.
Deutlich schwierigere Zeiten erlebte die Firma HAG dann ab den Jahren 1950/51. Einerseits musste man gegenüber der bestehenden Konkurrenz auf dem Eisenbahnmodellsektor weiter standhalten, andererseits verschob sich das Käuferinteresse in Richtung des H0-Maßstabes, der durch die Firma HAG damals noch gar nicht bedient wurde. HAG Katalog 1956
HAG Elektrische Lokomotive Ae 6/6 im Katalog von 1956. Erst 1954 erfolgte die schrittweise Umstellung des Sortiments auf H0-Modellangebote. Dies erfolgte unter teilweiser Mitverwendung von Märklin-Patenten. So steht es etwa zu lesen im HAG Katalog 1956 bei der Vorstellung des Modells der Ae 6/6. Die Spur 0-Modellproduktion wurde folgerichtig im Jahr 1957 eingestellt und ist in den HAG-Katalogen ab 1958 nicht mehr angeboten. In unserem digitalen Archiv dokumentieren wir die Firmenentwicklung ab dem Jahr 1955 durch die Wiedergabe diverser Angebotskataloge. HAG Katalog 1956 und 1958
HAG Katalog Titelblätter 1956 und 1958. « weniger anzeigen

Schmohl Holzspielwaren aus Göppingen

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Schmohl Holzspielwaren

Die süddeutsche Stadt Göppingen ging im Jahre 1847 bereits sehr früh ans Netz. Wohlgemerkt an das Netz der um die 1840ger Jahre herum errichteten Eisenbahnstrecke Stuttgart – Ulm. Damit öffnete sich die Stadt, damals als Oberamt Göppingen bekannt, mit seinen etwa 5500 Einwohnern ein Stück weit der nun sanft beginnenden Industrialisierung. In dieser Zeit, 1841, gründete Georg Ludwig Schmohl in Göppingen seine Holzspielwarenfabrik.

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Waren es in der Anfangszeit zunächst Pferde und Figuren aus Holz, traten dann in späterer Zeit epochentypische Spielzeuge ins Sortiment, die den damals aufkommenden Zeitgeist der Industrialisierung, Mechanisierung und Technisierung widerspiegelten. So etwa Leiterwagen, Kraftwagen und Flugzeugmodelle. Im Katalog aus dem Jahr 1954 finden wir diese erlebnisumspannende Spielzeugvielfalt, bestehend aus Tradition und Moderne, noch einheitlich dargestellt.
Schmohl Katalog 1954 Andere berühmte „Göppinger“ sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: Theodor Friedrich Wilhelm Märklin, Blechwaren, Puppenhäuser und -küchen (1859), heute weltweit bekannt als Hersteller von Eisenbahnmodellen. Albert Schoenhut, 1849 in Göppingen geboren und 1866 in die USA ausgewandert. Schoenhut gründete 1872 in Philadelphia sein eigenes Spielzeugunternehmen. Schoenhut erlangte ab der Jahrhundertwende (1903) mit seinen Humpty Dumpty Circus Toys zunehmend Berühmtheit.
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Louis Marx and Company. Flipo – See me Jump

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Louis Marx

Der amerikanische Unternehmertraum ging für Louis Marx tatsächlich in Erfüllung. Im Jahr 1919 gründete er mit 23 Jahren sein eigenes Unternehmen Louis Marx and Company, New York. Legendär sind seine Firmengrundsätze: Qualität ist nicht verhandelbar. Gib deinem Kunden mehr Spielzeug für weniger Geld. Was nach der Quadratur des Kreises klingt, Qualität zu günstigen Preisen, das hat der findige Unternehmer in der steten Verwendung seiner historischen Werkzeug- und Formteilmaschinen umgesetzt. Auf ihnen stellte er eine solide, robuste und breite Formenvielfalt her. Eine frühe Anwendung der Techniken der Massenproduktion. Drei Jahre nach der Unternehmensgründung, 1922, hatte er mit nur 26 Jahren seine erste Million verdient.
Beweis für solch ein ewig jung gebliebenes, robustes und solides Modell ist der springende Hund Flipo. Ein Aufziehblechspielzeug mit hohem Spaßfaktor.

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In den 1930ger Jahren entwickelt, brachte der 10 cm lange springende Hund Kurzweil in die Kinderspielzimmer oder wo auch sonst immer dieser Hund springen durfte. Auf dem Küchentisch, Fußboden, Garage, Garten etc.
Marx Flipo see me jump Und diesen springenden Hund dann auch noch dazu zu bringen, sich mit Rolle-rückwärts immerfort so abzustoßen, dass er wiederum in aufrechter Position auf seinen Beinen landet, nur um sich dann aus genau dieser Position erneut abzustoßen, erfordert viel Nachsicht mit Flipo und wohl auch großen Zuspruch. Als ob der Hund dieses ihm zugetragene Lob dann auch gerne annimmt, gelingt es ihm doch tatsächlich auch öfter mal, mehrere „jumps“ hintereinander auszuführen. Ein umzulegender Start/Stopp Hebel am Rücken dient dazu, den mittels Federwerk aufgezogenen Springhund sozusagen ready for go „von der Leine“ zu lassen. Und wie gesagt, wenn der Hund gnädig ist, vollführt er die wundervollsten Loopings – rückwärts!
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VAU-PE - Modellspielwaren und Formenbau

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Vau-Pe Modellspielwaren

VAU-PE. Die Firmenbezeichnung steht seit 1950 für die Namen Voigt und Poppitz. Ab 1952 firmiert die Firma dann unter „Vau-Pe Friedrich Poppitz KG“. Die modellbauerischen Anfänge des Unternehmens rankten sich um ein erstes Sortiment aus Baum-Modellen. 1952 dann wurde die Angebotspalette um Gebäudemodelle erweitert. Der 16-seitige VAU-PE Katalog aus dem Jahr 1953 weist bereits eine erstaunlich umfangreiche Bandbreite an eigenen Erzeugnissen auf.

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Oft ist es der Ausdruckswunsch einer Modellbauidee, die uns umgebende Realität naturgetreu nachzuempfinden und diese, mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, innerhalb der ausführenden Gestaltung stimmig wiederzugeben. Landschaftliche Motive gehören hier selbstverständlich dazu. Sie erzeugen die gewünschte Rahmenstimmung und sind fester Bestandteil einer jeden Planung. Von romantisch, malerisch bis klar und sachlich. Alles soll möglich sein.
Vau-Pe Katalog 1962 Die Firma VAU-PE hatte sich zum Thema der landschaftlichen Motive etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie hatte das Sujet „Winter“ als Angebotsbestandteil in den frühen 1950ger Jahren eingeführt und über nahezu zehn Jahre aktiv gepflegt. Im VAU-PE Sortiment der Katalogjahre 1953 bis einschließlich 1962 werden spezielle „Winter-Motive“ angeboten. Diese sind gegen einen 10%-Aufpreis zu erwerben, so lesen wir es in der Brutto-Preisliste aus dem Jahr 1954. Selber machen ginge zwar auch, aber bei diesen schönen und liebevoll gestalteten Modellen konnte man doch nicht nein sagen.
Vau-Pe Wintermotive Katalog 1962
VAU-PE Wintermotive aus dem Katalog von 1962. « weniger anzeigen

Bing Jugend-Sprechmaschinen

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Bing Katalog 1928

Faszinosum Sprechmaschine. Frühe Träume, die menschliche Stimme im Rahmen einer „spielbaren“ Sprach-Maschine nachbilden zu können, erfüllten sich schon um 1778 in Wien (Hofrath Wolfgang v. Kempelen). Dieser Erfindung folgten weitere, verfeinerte Sprachmaschinen und im Jahr 1843 war das Thema wohl bereits so up-to-date, dass sich ein Rezensent in den Brünner Intelligenzblättern für Mähren, No. 42., vom 11. Februar 1843 auf den Seiten 209 und 210 sogar zu einer Warnung genötigt sah: „Längst ist manches von Sprech- oder Sprachmaschinen gefabelt, auch mancher Betrug mit angeblichen Maschinen der Art auf Kosten eines leichtgläubigen Publikums und mithilfe berühmter Namen getrieben worden...“. So sind wir also gewarnt und folglich auf der Hut!

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Gänzlich vertrauen dürfen wir allerdings denjenigen Sprechmaschinen, die in den 1920ger Jahren durch die Nürnberger Spielzeugfirma BING, der damals größten Spielwarenfabrik der Welt, im Sortiment geführt wurden.Bing Jugendsprechmaschine
Auch hier vernehmen wir Töne. Jedoch sind dies zumeist musikalische Töne, die uns aus Trichter oder Schalldose entgegen kommen. Die zugrundeliegende Tonquelle besteht aus einer Schellackplatte mit wahlweise 15 oder 20 cm Durchmesser. Diese BING Jugend-Sprechmaschinen haben allenfalls noch den historischen Namen von ihren mechanischen Vorgängern übernommen. In Form und Funktion gleichen sie nahezu komplett dem damals üblichen Grammophon.
Beliebte Schallplattenthemen waren u.a. Weihnachtslieder, Märsche, Kinderlieder, aber auch einzelne Gesangsproben aus Oper und Operette, wie etwa Bizet´s „Carmen“ mit der Altstimme von Paula Lindberg. Die seinerzeitigen BING-Kataloge widmeten dem Sortiment aus Jugend-Sprechmaschinen mit ihren so schön klingenden Produktnamen wie Pigmyphon, Bingola, Beymir, Kiddyphon, Mirakel etc. zahlreiche Seiten, wenn auch erst im hinteren Katalogteil.Bing Jugendsprechmaschine
Selbst ein Wettbewerb wurde von den damaligen BING-Verkaufsstrategen initiiert. Die Wettbewerbs-Aufgabe lautete: möglichst originelle photographische Aufnahmen von Kindern in Verbindung mit einer Bing-Jugendsprechmaschine“ einzusenden.
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Kindler & Briel - Kibri Tankstellen und Garagen im Wandel der Zeit

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Kindler und Briel Logo

Das Thema „Rund ums Fahrzeug – Tankstellen und Garagen“ ist auch bei dem traditionsreichen Modellbauunternehmen Kindler & Briel (Kibri) wichtiger Bestandteil des Sortiments. Unter den Modellnummern 564 und 565 sowie deren Subnummernkreis hatte Kibri im Katalog des Jahres 1932 insgesamt acht Tankstellenmodelle, eine Flugzeughalle und eine ausgewiesene Auto-Garage im Programm, die ihrerseits die Maßstäbe Spur 0 und 1 bedienten. Beim Betrachten dieser Modelle auf den Katalogseiten 17 und 18 wird die Faszination der individuellen Mobilität greifbar, die Freiheit des selbstbestimmten Fahrens. Hier wird der Vorgang der Kraftstoffzufuhr eindrucksvoll zu einer regelrechten Erlebnis-Bühne komponiert, zu einem Akt der technischen Inszenierung des mobilen Alltags.

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Kibri Katalog 1932Aus dem Kibri Katalog Nr. 32 Seite 17 und 18.

Gegenüber dem bühnengerechten Spektakel der 1930ger Jahre verhielten sich die Kibri-Nachkriegsmodelle in Funktion und optischer Aussage weitaus sparsamer, sachlicher und reduzierter. Im Kibri-Katalog aus dem Jahr 1952 finden sich unter der Rubrik „Sonstige interessante Artikel aus dem Kibri-Sortiment“ auf den Seiten 18 und 19 insgesamt drei Tankstellen im modernen, fast aerodynamisch gerundeten Architekturstil der 1950ger Jahre, sieben Garagen und ein Wagenheber. Der Texthinweis „für Miniatur-Autos“, der sich bei der Garage mit zwei Klapptoren Nr. 46/0, beim Wagenheber Nr. 560 und bei der Tankstelle Nr. 561 findet, deutet bereits auf die ergänzende Einsatzmöglichkeit auch im Spurbereich H0 hin. Die vier auf Seite 19 dargestellten „Tip-Top-Garagen“ werben mit einer hübschen, patentierten technischen Neuerung, dem automatischen Türöffnen bei Zufahrt des Automobils.
Der Kibri-Jahreskatalog 1957 weist auf die Einführung von einzeln stehenden Zapfsäulen im Tankstellensortiment hin. Die Katalogseite Seite 16 zeigt uns drei entsprechende Modelle, die sich auch gut mit einem Tankstellenhäuschen kombinieren ließen oder anderweitig frei kombinierbar waren.
Im Neuheitenkatalog aus dem Jahr 1958 macht uns Kibri zum ersten Mal mit Baukästen auch im Tankstellensortiment bekannt. Vorgestellt werden auf Seite 7 zwei Bausätze für Zapfsäulen, die zum selbständigen Zusammenfügen der Einzelteile animieren sollen. Preislich attraktiver als ein Fertigmodell, versuchte Kibri auch hiermit zu punkten.
Kibri Katalog 1959 Seite 16
Der Kibri-Katalog aus dem Jahr 1959 zeigt auf Seite 16 den Preisunterschied zwischen Bausatz und Fertigmodell. Die Ersparnis beim Bausatz liegt bei rund einem Drittel auf den Kaufpreis eines Fertigmodells.
So richtig modern und gedanklich größer dimensioniert wird es bei Kibri dann ab dem Jahr 1960. Die kleinteiligen Tankstellenhäuschen und Zapfsäulen sind aus dem Sortiment verschwunden. Ab jetzt dominiert das großindustrielle „Kibri Tanklager“ mit thematischer Anschlussfähigkeit an das damals bereits bestehende breite Modelleisenbahnsortiment „Benzin“ und an große LKW-Tanksattelzüge bekannter Herstellerfirmen. Im Faltblatt Modelle H0 aus dem Jahr 1960 ist dieser Themenwandel bereits zu sehen. Der Kibri-Katalog aus dem Jahr 1964 zeigt auf Katalogseite 13 als Diorama prominent in Szene gesetzt ein komplett aufgebautes Kibri-Tanklager mit ergänzendem Tanksattelschlepper und den zuliefernden Güter-Kesselwagen. Kibri Katalog 1964 Seite 13
Diorama aus dem Kibri Katalog von 1964. « weniger anzeigen


VW Käfer - vor 40 Jahren letzter Käfer in Emden produziert

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Wiking Modellbau

Erinnern wir uns noch? Am 19. Januar 1978, also vor rund 40 Jahren lief der letzte in Europa gebaute VW Käfer vom Montageband des VW Werkes in Emden, Friesland. Damit war für den Käfer allerdings noch nicht Schluss. Der tatsächlich weltweit letzte produzierte VW Käfer wurde am 30. Juli 2003, als „Última Edición“ mit Chromteilen und Weißwandreifen, im mexikanischen Werk in Puebla vom Band gefahren. Eine beeindruckende Epoche in der Automobilgeschichte ging damit zu Ende. Bekanntlich löste der VW Golf den inzwischen lieb gewonnenen Käfer ab.

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Wiking VW Käfer Typ 1

Die Legende des VW Käfer begann in den 1930ger Jahren mit dem Versprechen, ein leistbares und zugleich modernes, komfortables Auto auf den Markt zu bringen. Der KdF-Wagen war geboren. Mit viel Werbung und reichlich ergänzendem Prospektmaterial wurde er der Öffentlichkeit vorgestellt. In unserem Archiv befindet sich ein Werbeprospekt aus frühester Zeit, der damals viel Einblick in diesen neuen Wagentyp erlaubte.
Der erwähnte Prospekt zum frühen KdF Wagen mag für den Berliner Modellbauer Wiking möglicherweise eine Inspirationsquelle gewesen sein, ab 1949 ein sogenanntes „gläsernes Modell“ des alten VW „Brezel“-Käfers im Maßstab 1:40 in sein Modell-Sortiment zu nehmen. Wiking VW Brezelkäfer
„Brezelkäfer“ liebevoll deshalb, weil das rückwärtige Fenster des VW Käfer noch bis 1953 vertikal in zwei gleichgroße gerundete Scheiben getrennt war und dergestalt entfernt an die Brezelform eines in Süddeutschland beliebtes Gebäcks erinnerte.
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Paul M. Preiser Kleinkunst-Werkstätten

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Paul M. Preiser Katalog 1956

Die Blechlawine rollt. Es lebt die Mobilität. In den 1950ger Jahren verbanden sich diese Eindrücke mit Wirtschaftsaufschwung und glänzenden Zukunftsperspektiven. Im Großen, wie im Kleinen. Wo viel gefahren wird, steigt auch der „Durst“ nach Treibstoff. Die Tankstelle gehörte damals schon fest zum modernen Leben. Dem zollten auch Modellbaufirmen Ihre Anerkennung. Die Firma Preiser etwa mit ihrer Shell-Tankstelle - Modellnummer 1020 - aus dem Modelljahr 1955/56.

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Apropos Blechlawine. Wie viele KFZ waren damals auf unseren Straßen unterwegs? Es waren 1955 in West-Deutschland rund 5,4 Millionen motorisierte Fahrzeuge. Nahezu die Hälfte davon waren Krafträder, aber man zählte auch schon fast 1,8 Millionen PKW. Und alle Fahrzeuge wollten natürlich ordentlich betankt werden, um weiterhin täglich mobil sein zu können.
Schauen wir zu unserem Preiser-Modell. Der Tankwart wartet selbstbewußt auf seine werte Kundschaft. Und wahrscheinlich braucht er auch nicht mehr allzu lange auf den nächsten Tankgast zu warten. Was darf der Kunde von ihm erwarten? Freundliches Auftreten, zuvorkommenden Service, Hilfsbereitschaft. Preiser Shell-Tankstelle Nr. 1020
Zwei moderne Zapfsäulen mit seitlich positionierten Beleuchtungskörpern im damals modernen Stil der Aufsatzleuchten, ergänzt um eine Hebebühne stellen ein attraktives Angebot dar. Zwei Säulen bedeuteten schnellere Abwicklung. „Tempo-Tempo“ war das Motto. Die nahe Beleuchtung machte die Tankbefüllung auch bei Dunkelheit komfortabel und sicher.
Neugierig geworden, wollen wir noch etwas mehr zum Modell wissen. Ein holländischer Preiser-Exporthändlerkatalog (Stand Januar 1956, Den Haag) verrät uns auf Katalogseite 37 die Modellnummer und skizziert mit flottem Strich das erwartbare Aussehen des Modells. Eine andere Quelle, die Preiser Brutto-Preisliste 1955/56 verrät uns wiederum mehr über den Verkaufspreis, den ein Liebhaber von Preiser-Modellen damals für diese schöne Tankstelle zu zahlen hatte. Stolze DM 7,50 wurde für diese „Spezialität“ aus dem Hause Preiser verlangt. Nicht wenig, bedenkt man, dass ein durchschnittlicher Bruttoarbeitslohn damals bei rd 400,00 DM pro Monat lag.
Übrigens: Wäre die Modell-Tankstelle damals nicht für die eigene H0-Modellanlage gekauft worden, so hätte man sich seinerzeit über rund 14 Liter Benzin freuen können. Wir wissen jedoch: 14 Liter sind rasch verfahren, ein Modell aber - gut gepflegt - bleibt auf ewig erhalten!
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